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Kaum Luft zum Atmen... Presseworkshop mit IPF Experten

Teilnehmer.: Dr. Martin STEINHART (Medical Director, Roche Austria GmbH), OA Dr. Hubert KOLLER (1. Interne Lungenabteilung, Otto Wagner Spital Wien), Ing. Günther WANKE (LOT Austria), Priv. Doz. Dr. Helmut PROSCH (Uniklinik für Radiologie und Nuklear
Im Bild v.l.n.r.: Dr. Martin STEINHART (Medical Director, Roche Austria GmbH), OA Dr. Hubert KOLLER (1. Interne Lungenabteilung, Otto Wagner Spital Wien), Ing. Günther WANKE (LOT Austria), Priv. Doz. Dr. Helmut PROSCH (Uniklinik für Radiologie-AKH Wien)

Die Behandlung der Idiopathische Lungenfibrose verlangt genaue Diagnosen und neue, innovative Therapien .... so die Experten!

Die derzeitige Lage:

In Österreich wird die Prävalenz zwischen 1.100 und 1.700 Menschen angegeben. Experten schätzen, dass davon lediglich 20 Prozent diagnostiziert sind. In der EU geht man von insgesamt 80.000 bis 110.000 Betroffenen aus. Jährlich kommt es europaweit zu ungefähr 30.000 bis 35.000 Neuerkrankungen. Die genaue Zahl ist aufgrund der Seltenheit der Krankheit und der Schwierigkeit der Diagnose nicht eindeutig bestimmbar.

Früherkennung hat wesentlichen Einfluss auf Krankheitsverlauf.

Die Idiopathische Lungenfibrose verläuft bei jedem Patienten unterschiedlich und es ist nicht vorhersehbar, wie rasch die Erkrankung sich verschlechtert. Um das Fortschreiten der IPF rechtzeitig eindämmen zu können, spielt die Früherkennung eine ganz wesentliche Rolle. "Frühe Anzeichen für eine IPF können zum Beispiel chronischer trockener Reizhusten, Kurzatmigkeit bei Routinetätigkeiten oder Rasselgeräusche beim Abhören der Brust sein, die klingen, als würde man langsam einen Klettverschluss öffnen," informiert

Dr. Hubert KOLLER, Oberarzt der 1. interne Lungenabteilung des Otto Wagner Spitals in Wien.

"... im späteren Stadium der Erkrankung erleiden Patienten zunehmend Atemnot und Husten bei alltäglichen Tätigkeiten.

Betroffene leiden zudem auch unter unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsabnahme, Muskel- und Gelenksschmerzen",

führt Dr. KOLLER weiter aus.



Mit gezielten Diagnosen die geeignete Therapie finden.

"Die Diagnose von Lungenfibrosen erweist sich als sehr kompliziert, da zuerst andere Lungenerkrankungen wie Asthma oder chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), aber auch kardiovaskuläre Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen. Darüber hinaus kann die IPF gemeinsam mit anderen Lungenerkrankungen auftreten", erklärt Dr. KOLLER.

Da sich Lungenkrankheiten auf dem CT-Bild sehr stark ähneln, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen der Pulmologie und der Radiologie. Aufgrund eines Krankheitsverdachts führt die Radiologie gezielte diagnostische Untersuchungen durch und stellt das Krankheitsbild "Lungenfibrose" fest. "Der Krankheitsverdacht entscheidet, auf welche Merkmale die Lunge untersucht wird. Stimmt der Verdacht, stellen wir die Diagnose "Fibrose", ansonsten muss erneut bei der Diagnosefindung begonnen werden.

Der Diagnose-Prozess beinhaltet meist einen oder mehrere Tests

wie zum Beispiel Bluttest, Lungenfunktionstest, Blutgastest, 6-Minuten-Gehtest oder hochauflösende Computertomographie (HRCT).

Eine Lungenbiopsie kann für IPF Patienten ein beträchtliches Risiko darstellen, daher sind bildgebende Verfahren zu bevorzugen",

so Priv. Doz. Dr. Helmut PROSCH, Uniklinik für Radiologie und Nuklearmedizin, der Medizin Universität Wien.

Das Leben mit einer Lungenfibrose verursacht Hindernisse im Alltag.

Der Krankheitsverlauf einer Lungenfibrose lässt sich nicht vorhersehen und verläuft bei jedem Betroffenen unterschiedlich, da die Abnahme der Lungenfunktion von Patient zu Patient ungleich schnell voranschreitet. Sobald jedoch eine Verschlechterung der Lungenfunktion eingetreten ist, ist diese irreversibel. Günther WANKE, der selbst an Lungenfibrose leidet, erzählt: "Als bei mir Lungenfibrose diagnostiziert wurde, musste ich schlagartig meine Lebensgewohnheiten an die neue Situation anpassen.

Schon bei einfachen Routinewegen hatte ich oft das Gefühl, dass mir oft die Luft weg bleibt.

Belastungen ohne Sauerstoffunterstützung wären nicht mehr möglich gewesen." Für die richtige Unterstützung und breite Aufklärung engagiert sich WANKE seitdem stark bei LOT Austria, der Selbsthilfegruppe für COPD, Lungenfibrose und Langzeit-Sauerstoff-Therapie.

"Es braucht noch viel mehr Bewusstseinsbildung und Aufklärung über IPF -

denn durch eine frühe Diagnose und die richtige Behandlung können Patienten noch länger ein ‚normales‘ Leben führen."


Hier die Bilder des Presseworkshops! Viel Vergnügen beim Betrachten

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Kommentare: 1
  • #1

    Dagmar Kauschka (Mittwoch, 15 April 2015 15:23)

    Liebe Günther!
    Wir kennen uns nun schon eine ganze Weile und ich finde es sehr gut wie Du dich für die Lungenfibrose-Patienten einsetzt.
    Ich hoffe das wir durch die europäische Zusammenarbeit viel für die Betroffenen aber auch Angehörigen erreichen und bewegen können. Mir ist es eine Ehre mit Dir zusammenarbeiten zu dürfen.
    Lieben Gruß aus Deutschland
    Dagmar Kauschka, 1. Vorsitzende des Lungenfibrose e.V.